Ausstellungseröffnung: First Strike City von Dan Mariner
Sicherheit, Souveränität und die Schatten des Konflikts – willkommen zur Eröffnung der Ausstellung First Strike City von Dan Mariner am 14. Juni!
Foto: Nordland Museum
Eine breitere Perspektive
Am Samstag, den 14. Juni um 12:00 Uhr, ist Dan Mariner bereit, die Ausstellung First Strike City der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Dan hat mit Motiven des stillgelegten Militärflugplatzes gearbeitet. Bodø Die Arbeit entstand über einen Zeitraum von acht Monaten. Im Mittelpunkt steht das brutale Vordringen der militärischen Infrastruktur in die umliegende Landschaft sowie die Geheimhaltung der hochgesicherten Anlage, die sich in fußläufiger Entfernung zu einer großen, dicht besiedelten Stadt befindet.
Die Ausstellung im Stadtmuseum ist eine Fortsetzung von Dans Beitrag zum vorherigen Projekt „Die Verbotene Stadt“. Dort war Dan einer von drei Künstlern, die Hernes neues Stadtviertel, das Zusammenspiel von Kunst und Kultur, Flugzeugen und Vögeln sowie deren Wandel im Laufe der Geschichte erforschten. Die Werke wurden an 21 verschiedenen Bushaltestellen in der Stadt ausgestellt.
Wir unterhielten uns mit Dan Mariner in seinem eigenen Studio NOUA, das er zusammen mit seiner Frau Marianne betreibt.
Foto: Nordland Museum
„Es war eine große Aufgabe, allein schon den Zugang zum Luftwaffenstützpunkt zu erhalten.“ Bodø und hier hat Bodø „Die Gemeinde hat hervorragende Arbeit geleistet. Ich fühle mich privilegiert, an diesem Projekt teilgenommen zu haben, aber auch meine eigene Ausstellung präsentieren zu können, die eine breitere Perspektive umfasst“, sagt Mariner begeistert.
Dan erzählt weiter, dass es ein langer Prozess war, bis er Zugang zum Luftwaffenstützpunkt erhielt. Dort musste er sorgfältig darlegen, was er in dem Gebiet vorhatte und seine Arbeitsweise vorstellen. Er betont jedoch, dass der Prozess auf gegenseitigem Respekt beruhte und beide Seiten die Arbeit des jeweils anderen verstanden. Nach zwei oder drei Monaten erhielt er schließlich Zutritt.
„Mit der Kamera in der Gegend unterwegs zu sein, inmitten idyllischer Natur und Vogelgesang, war etwas Besonderes“, sagt Dan.
Foto: Dan Mariner
Ausstellungsthema
Die Ausstellung First Strike City basiert auf Bodø Norwegen – eine Stadt, die lange Zeit eine zentrale Rolle bei der Verteidigung der NATO-Nordflanke spielte. Bis zu ihrer Schließung im Jahr 2022 war sie in Betrieb. Bodø Als Hauptquartier der norwegischen Luftwaffe spielte Norwegen eine entscheidende Rolle bei NATO-Operationen während des Kalten Krieges. Die strategische Lage der Stadt in der Arktis machte sie zu einem Eckpfeiler der westlichen Verteidigungsstrategie – und angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und einer neuen Welle russischer Aggression hat ihre Bedeutung noch einmal zugenommen. Bodø wird erneut dringlich.
Im Jahr 2025 Bodø Nordnorwegen wurde erneut als Schlüsselregion in der europäischen Verteidigungslandschaft hervorgehoben, und die Stadt wurde als möglicher Standort für das neue kombinierte Luftoperationszentrum der NATO nominiert. Bodø ist wieder einmal zu einer „Erstschlagstadt“ geworden – einer möglichen Frontlinie in einer neuen Form der Kriegsführung, in der Cyberangriffe, Desinformation und konventionelle militärische Macht in der sogenannten hybriden Kriegsführung verschmelzen.
In ganz Europa befinden sich zahlreiche NATO-Einrichtungen in unmittelbarer Nähe zu großen Zivilbevölkerungsgruppen. Diese Ausstellung regt die Öffentlichkeit dazu an, eine unbequeme, aber notwendige Frage zu stellen:
Ist die Nähe militärischer Infrastruktur zum städtischen Leben ein unvermeidlicher Preis für die nationale Sicherheit?
Mittels zeitgenössischer Fotografie, immersiver Klanglandschaften und bewegter Bilder untersucht „First Strike City“ die oft unsichtbaren Strategien der Abschreckung und des Machtgleichgewichts, die unsere Zeit prägen. Es beleuchtet die verborgenen Dynamiken der heutigen globalen Machtkämpfe – die nicht mehr auf offenen Schlachtfeldern ausgetragen werden, sondern in Rechenzentren, Luftwaffenstützpunkten und Informationsflüssen, wo ganze Bevölkerungen sowohl zum Schutzschild als auch zum Ziel werden können.
Eine besondere Klangkulisse in der Ausstellung
Die Klanglandschaft der Ausstellung besteht aus drei Ebenen: einer Kombination aus verschlüsselten Militärkommunikationen Russlands und der NATO – sowohl aktuellen als auch historischen. Diese Übertragungen dienen oft der Übermittlung geheimer Befehle und füllen permanent unsere Funkfrequenzen, ohne dass die Öffentlichkeit davon Kenntnis erhält. Eingewoben in diese sporadischen Übertragungen sind Aufnahmen von der Küste um die Stadt, deren Geräusche aus dem städtischen Alltag vertraut sind. Die letzte Ebene bilden sorgfältig komponierte Melodien und Drones in g-Moll, die beim Zuhörer ein Gefühl der Unruhe und Verunsicherung hervorrufen.
„Die Unruhe, die das Publikum durch die Klangkulisse erleben wird, soll die Zerbrechlichkeit des modernen Lebens verdeutlichen und aufzeigen, wie anfällig unsere Lebensweise für ernsthafte Störungen durch eine Nation mit bösen Absichten ist“, sagt Dan.
Sind sichere, souveräne Grenzen heute eine Illusion?
In einer Zeit, in der Sicherheit und Souveränität zunehmend mit Verwundbarkeit und Gefährdung verknüpft sind, stellt die Ausstellung eine drängende Frage: Was kostet Sicherheit? Und wer bezahlt die Rechnung?
„Sicherheit kostet Geld, aber für mich ist es wichtig, Vertrauen in ein gemeinsames System zu haben und gleichzeitig zu verstehen, dass die Welt nicht utopisch ist. Die Menschheit hat uns gezeigt, dass dem nicht so ist, und dass man mit Geld und Sicherheit bezahlen muss. Kann man heute noch behaupten, dass souveräne Grenzen eine Illusion sind?“
Foto: Dan Mariner