Hergestellt in Bodø - eine Betrachtung der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Branche

Heutzutage wird ein Großteil der von uns verwendeten und konsumierten Produkte weit entfernt produziert – in China oder anderswo auf der Welt. Doch was ist uns auf dem Weg dorthin passiert? Wonach leben wir heute wirklich und was können wir aus der Vergangenheit lernen? 

Industrie und Produktion waren einst entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung von Bodø. Werkstätten und Fabriken bildeten das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt, in der die lokale Produktion eine zentrale Rolle für die Gesellschaft spielte. Diese Geschichte, geprägt von lokalen Produktionslinien und traditionellem Handwerk, hat die Stadt und ihre Bewohner maßgeblich geformt.  


Nach einem Jahr als Bådåddjo/Buvvda Musea kehrt das Stadtmuseum nun zu seinem ursprünglichen Namen zurück: Stadtmuseum Bodø . Im Jahr 2024 wurde das Stadtmuseum vorübergehend in ein samisches Museum umgewandelt, um die samische Präsenz in Salten hervorzuheben. Dieses Projekt war für alle Beteiligten von großer Bedeutung und hat, so hoffen wir, die Gemeinde Bodø nachhaltig geprägt. Bådåddjo/Buvvda Musea zählt zu den umfassendsten und erfolgreichsten Initiativen in Norwegen zur Verbreitung samischer Kultur im Jahr 2024 und steht im Einklang mit den nationalen Zielen. Das viele positive Feedback aus verschiedenen samischen Gemeinschaften war für mich und das gesamte Team eine große Inspiration.  

Zurück zum Stadtmuseum in Bodø Die erste große Initiative wird die selbstproduzierte Ausstellung „Made in Bodø sein. Dieses Projekt bietet uns die Möglichkeit, zu erforschen und zu reflektieren, wie die Industrie der Vergangenheit die Produktion und Gesellschaft der Zukunft beeinflussen kann. Wie können wir aus der Geschichte lernen und sie nutzen, um eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten?  

 

Foto: Arbeiter bei Bodø Stock Brauerei. Digitales Museum, Nordlandsmuseet.

 

Von der lokalen Produktion zum globalen Handel 

Im 19. und 20. Jahrhundert Bodø Wie viele andere Städte in Norwegen war auch diese Stadt von der lokalen Industrie geprägt. Von Kunsthandwerk bis hin zu Maschinen und Werkzeugen wurde hier alles hergestellt. Besonders die Textil- und Lebensmittelindustrie stand in direktem Zusammenhang mit der Produktion auf dem Land. Heute ist ein Großteil dieser Produktion in andere Teile der Welt verlagert worden. Bodø ist kein Zentrum industrieller Aktivität mehr.  

Genau diese Entwicklung möchten wir in unserer kommenden Ausstellung „ Made in Bodø beleuchten. Die Ausstellung nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte, von der industriellen Blütezeit der Stadt im 19. Jahrhundert bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und zeigt die Entwicklung der Produktion. Hier können wir Beispiele materieller Objekte sehen, die repräsentieren, was in Bodø produziert wurde. Bodø vor einigen Jahrzehnten – ein Bild aus einer Zeit, in der vieles lokal hergestellt wurde und die Menschen eine ganz andere Beziehung zur Produktion hatten. 

Ein Kontrast zu heute 

Wenn wir uns die meisten Produkte ansehen, die uns heute umgeben – von Kleidung bis hin zu Elektronik –, werden nur wenige hier hergestellt. Bodø Oder auch in Norwegen. Chinas Vormachtstellung als Produktionsland hat unsere Sicht auf Arbeit und Konsum grundlegend verändert. Dieser Kontrast zwischen der lokalen Produktion von einst und der globalen Produktion von heute ist ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung. Wir möchten beleuchten, wie diese Entwicklung uns als Gesellschaft beeinflusst hat – wie sich das Arbeitsleben verändert hat, wie Urlaub und Freizeit neue Dimensionen angenommen haben, wie sich Siedlungsmuster entwickelt haben und wie Wirtschaft und Umwelt stark von der Globalisierung geprägt wurden. 

 

Alte Werbeplakate von Bodø-Geschäften.

 

Die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft 

Diese Entwicklung hat nicht nur Folgen für die Wirtschaft, sondern auch für Klima und Umwelt. Was geschieht, wenn wir Güter über weite Strecken transportieren, und welchen Einfluss haben wir auf unseren Arbeitsmarkt, wenn es schwieriger geworden ist, in unserer eigenen Stadt produktionsnahe Arbeitsplätze zu finden? Wie wirkt sich das auf unser Verständnis von Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Verantwortung aus? 

„Made in Bodø ist mehr als nur eine Ausstellung; es ist ein Ort der Reflexion und des gesellschaftlichen Dialogs. Durch offene Treffen, Seminare und Vorträge laden wir zu einer breiteren Diskussion über die Herausforderungen und Chancen unserer Zeit ein. Wie können wir uns in einer sich ständig wandelnden Welt anpassen, gleichzeitig Verantwortung für die Umwelt übernehmen und eine nachhaltigere und gerechtere Gesellschaft aufbauen?  

 

Nostalgie und Reflexion 

Die Ausstellung wird auch ein Ort der Erinnerung sein. Für viele, die in Bodø Es kann eine Möglichkeit sein, Erinnerungen an eine Zeit wiederzubeleben, als die Stadt ein stärker industriell geprägtes Zentrum war und der Alltag eng mit der lokalen Produktion verbunden war. Wir möchten die Besucher aber auch überraschen – vielleicht betrachten sie alte Gegenstände mit neuen Augen und schätzen das, was wir heute für selbstverständlich halten, auf ganz andere Weise. 

Publikumsbeteiligung und -engagement 

Wir verstehen „Made in Bodø als ein Projekt, das wir gemeinsam mit der Öffentlichkeit gestalten. Wir laden zum Mitmachen, Erinnern und Nachdenken ein. Was erinnern Sie sich an eine Zeit, als Industrie und Produktion das Stadtleben stärker prägten? Wir ermutigen alle, sich einzubringen – sei es durch persönliche Geschichten oder durch das Teilen alter Fotos und Gegenstände, die unsere gemeinsame Geschichte erhellen. 

In der heutigen Zeit arbeiten nicht mehr viele Menschen in Fabriken. Bodø Länger. Doch es gibt eine wachsende Bewegung, die die Vorteile einer stärker lokalen Produktion erkennt – sowohl für die Wirtschaft als auch für die Umwelt. Viele haben kleine, nachhaltige Produktionsprojekte gestartet, und die Frage ist: Handelt es sich nur um einen Trend oder um eine wertvolle Kompetenz, die wir schützen und weiterentwickeln müssen? Was können wir von denen lernen, die heute noch produzieren? Ist es wichtig, einen Teil der Produktion wieder in lokale Hände zu legen? Und was denken diejenigen, die sich in der heutigen globalen Wirtschaft für eine lokale Produktion einsetzen? Mit der Ausstellung möchten wir eine Plattform für Lernen und Diskussion schaffen – für junge Menschen, Erwachsene, Politiker und neue Produzenten. 

Die Ausstellung „Made in Bodø bietet uns die Gelegenheit, über diese Themen nachzudenken. Wir werden daran erinnert, woher wir kommen, was wir verloren haben und was wir in Zukunft tun können. Sie gibt uns die Möglichkeit zu diskutieren, wie wir uns an eine nachhaltigere Zukunft anpassen können, sowohl in Bezug auf Produktion als auch Konsum. Und vielleicht am wichtigsten: Sie bietet uns Raum zum Erinnern, zum Staunen und zum Lernen – nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch darüber, wie wir die Zukunft gestalten können. Die Ausstellung wird im Herbst 2025 eröffnet. 

 

- Chronik von Ole J. Furset, Direktor der Nordlandsmuseet Foundation. 

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