Forschungsergebnisse des Nordlandsmuseet: Wenn Kunst die Geschichte der Stadt erzählt

Marija Griniuk, Leiterin der Abteilung Süd im Nordlandsmuseet, hat einen wissenschaftlichen Artikel in der internationalen Fachzeitschrift „The International Journal of the Arts in Society“ veröffentlicht. Der Artikel erschien am 26. März 2026 und basiert auf ihrer Arbeit an der Ausstellung „First Strike City“ im Stadtmuseum. Bodø Die

Über die Ausstellung

First Strike City entstand durch eine Zusammenarbeit zwischen dem Stadtmuseum in Bodø und der britische Künstler Dan Mariner, der in Bodø Die Ausstellung wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 im Museum gezeigt und beleuchtete … Bodø Als Stadt mit vielen Schichten. Ein Ort, an dem ziviles Alltagsleben, ein Militärstützpunkt und das Luftoperationszentrum der NATO Seite an Seite existieren.

Mithilfe von Fotografien, Videos und Klanglandschaften schuf Mariner einen Raum zur Reflexion über Überwachung, Verteidigung und das Leben in einer Stadt mit militärischer Infrastruktur. Die Fotografien dokumentierten den Militärflughafen in Bodø, einem Gebiet im Umbau, in dem bereits vieles abgerissen wurde. Die Bilder bewegten sich zwischen Dokumentation und Abstraktion, von Panoramaansichten bis hin zu Nahaufnahmen von Gebäuden und Maschinen.

Mariner verzichtete bewusst auf Texttafeln. Stattdessen führten Ton, Bilder und Videos die Besucher durch die Ausstellung. Der Raum war so gestaltet, dass er die Atmosphäre militärischer Zonen nachempfinden konnte: Tarnfarben an den Wänden, abgedunkeltes Licht und eine Klangkulisse aus Archiven und militärischen Funkgesprächen.

-Für mich war es sehr aufregend zu sehen, dass das Stadtmuseum in Bodø Ich hatte mit Dan Mariner zusammengearbeitet, und er ist der Ansicht, dass Stadtgeschichte auf diese Weise durch Kunst vermittelt werden kann. Ich fragte Dan, ob es für ihn in Ordnung sei, wenn ich die Ausstellung als Fallbeispiel für einen Artikel analysiere. Er hat im Laufe des Prozesses mehrere Versionen des Artikels zum Lesen und für Feedback erhalten, sagt Marija Griniuk, Abteilungsleiterin am Nordlandsmuseet und Autorin des Artikels.

Foto: Dan Mariner

Das trockene Aquarium

Der Artikel behandelt auch das Trockenaquarium, eine der frühesten interaktiven Installationen in Norwegen, die im Stadtmuseum installiert wurde. Bodø Nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Aquarium enthält Gips und getrocknete Fische, die blau beleuchtet werden. Drückt das Publikum einen mit dem Namen eines Fisches beschrifteten Knopf, leuchten die Augen des entsprechenden Fisches auf. Die Installation ist geschützt und darf nicht verändert werden.

Im Rahmen des Projekts schuf Griniuk im Keller neben dem Aquarium eine Klanginstallation mit Meeresrauschen, Wellen und Möwengeschrei aus der Region Bodø. Dies ist ein Beispiel dafür, wie ein historischer und denkmalgeschützter Ort ohne bauliche Eingriffe auf zeitgenössische Kunst treffen kann. Der Klang bereicherte das Erlebnis um eine neue Dimension, ohne den ursprünglichen Raum zu beeinträchtigen.

Das Trockenaquarium ist eine der frühesten interaktiven Installationen in Norwegen und wurde im Stadtmuseum installiert. Bodø nach dem Zweiten Weltkrieg.

Was die Forschung zeigt

Der Artikel basiert auf Griniuks eigenen Erfahrungen bei der Arbeit an der Ausstellung sowie auf Notizen von Museumsmitarbeitern und Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit auf digitalen Plattformen wie TripAdvisor und in sozialen Medien.

Kunst als Mittel der Geschichtsvermittlung funktioniert – allerdings unter anderen Voraussetzungen als traditionelle Ausstellungen. Kunst spricht die Sinne an und regt zum Nachdenken an, anstatt Fakten linear zu präsentieren. Das ist eine Stärke, erfordert aber vom Publikum die Bereitschaft zu einem anderen Museumserlebnis.

Der Museumsführer ist unerlässlich. Dies ist wohl die deutlichste Erkenntnis. Eine experimentelle und politisch brisante Ausstellung ohne erläuternde Texte kann als unzugänglich empfunden werden. Rückmeldungen des Publikums zeigten wiederholt, dass das Gespräch mit einem Museumsmitarbeiter das Ausstellungserlebnis deutlich bereicherte. Der Museumsführer ist keine Unterstützung – er ist selbst Teil der Ausstellung.

Die Materialwahl ist Inhalt. Der Einsatz von Plastik, Farbe und semi-abstrakten Fotografien war nicht nur eine ästhetische Entscheidung – sie vermittelte Themen wie Vergänglichkeit, Industrialisierung und Militarisierung. Das Material sprach dort, wo der Text fehlte.

Der kollaborative Prozess ist an sich schon wichtig. Die Tatsache, dass die Ausstellung im Dialog zwischen dem Künstler und einem interdisziplinären Museumsteam und nicht von einem einzelnen Kurator entwickelt wurde, führte zu einem reichhaltigeren Ergebnis und ist ein Modell, auf dem es sich aufzubauen lohnt.

Museen sollten sich grundlegendere Fragen stellen. Der Artikel liefert keine eindeutige Antwort, sondern hebt hervor, dass Museen aktiv darüber diskutieren müssen, wie experimentell sie sein können und sollten – und was verschiedene Besuchergruppen bei einem Besuch in einem historischen Museum tatsächlich erwarten.


Die Studie ist eine erste Untersuchung und legt den Grundstein für weitere Arbeiten in den verschiedenen Abteilungen des Nordlandsmuseets. Das Nordlandsmuseet verfügt über 20 Einrichtungen in Salten, und der Artikel weist auf das Potenzial hin, zu untersuchen, wie Kunst in einigen dieser Einrichtungen zur Geschichtsvermittlung eingesetzt wird.

Griniuk erwähnt unter anderem, dass sie nun mit dem Archiv von Løp Bauernhof, dessen Hauptthema die Wiederbelebung der Originalrezepte ist Løp durch Erlebnisgestaltung und Performance für das Publikum. Die Ergebnisse dieser Forschung werden im Mai im Zusammenhang mit der Konferenz der Design Research Society veröffentlicht.

Nächste
Nächste

Gildeskål Mittelalterliche Kirche erhält Unterstützung für Pilotprojekt