Gyltvik

Deutsche Baustelle und Gefangenenlager

Die Überreste der Bauarbeiten in Gyltviksjøen sind monumental. Das Lager erstreckte sich von der Eisenbahnlinie bis hinauf zur Siedlung. Die Anlage war produktiv. Nordwestlich von Gyltvik wurden zwei Tunnel mit Längen von 364 bzw. 94 Metern vorgetrieben. Zwischen diesen beiden Tunneln befinden sich massive Felsaufschüttungen. Südöstlich der Bucht wurde ein 46 Meter langer Tunnel aufgefahren. Die Firma Pollensky & Zöllner war der Auftragnehmer für die Anlage. Auch ein norwegisches Unternehmen war 1943 beteiligt. In der Bucht zwischen den Tunnelöffnungen befinden sich noch immer große Steinstrukturen und Überreste des Kaibaus.

Entlang der Eisenbahnlinie bergauf finden sich Mauern von großen und kleinen Gebäuden, die unter anderem als Werkstätten, Mannschaftsunterkünfte, Wäschereien und Büros genutzt wurden.

Die Deutschen bauten eine Seilbahn vom Kai hinauf. Sie war unbedingt notwendig, um schweres Gerät in dem steilen Gelände zu transportieren. Die Seilbahn befand sich ungefähr dort, wo heute der Wanderweg verläuft.

Das Gefangenenlager befand sich oberhalb des deutschen Lagergeländes. Heute sind keine Überreste des Lagers mehr sichtbar. Zwischen 1943 und 1945 waren dort etwa 400 sowjetische Kriegsgefangene inhaftiert. Acht von ihnen starben in Gefangenschaft. Einer von ihnen, Wladimir Saluid, wurde nach einem Fluchtversuch erschossen. Ein Denkmal erinnert an den Ort der Hinrichtung, der in einen Hügel zwischen Gyltvik und Kvarv gehauen wurde. Die Toten wurden 1945 auf den Friedhof von Helland umgebettet. Sechs Jahre später, 1951, wurden alle verstorbenen sowjetischen Gefangenen in Nordnorwegen auf einen gemeinsamen Friedhof in Tjøtta in Helgeland überführt.

Hinweis! Ein Aufenthalt in Tunneln wird nicht empfohlen und erfolgt auf eigene Gefahr.

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